Möchtest du mitmachen, setz dich bitte wieder aufrecht hin und stell beide Füße auf den Boden. Aber streng dich nicht zu sehr an, gerade zu sein. Kannst du Bauch- und Rücken- muskeln noch etwas lösen? Auch deinen Kiefer und deine Gesichtsmuskeln?

Dann nimm zwei / drei tiefe Atemzüge und lass dich mit deinem ganzen Gewicht dort nieder, wo du gerade stehst oder sitzt.

Mit dem nächsten Ausatmen lässt du deinen Atem in Gedanken langsam in dein Becken hinunterfallen. Ich nutze dafür die Vorstellung, dass auf dem Boden meines Beckens eine Schüssel steht, die den Atem wie Wasser auffängt.

Wenn du die Lippen wie beim Pfeifen spitzt, kannst du den Ausatem dosieren und etwas verlängern. Aber bau dabei keinen Druck auf, sondern atme nur so lange aus, wie es dir auch entspannt möglich ist. Ist der Atem zu Ende, denke dir dein Ausatmen einfach weiter: aus – aus – aus – aus – aus und lass deinen Atem is Becken runter gleiten. Denke: runter – runter – runter …

Warte so lange mit dem Einatmen, bis dein Körper wieder einatmen will. Denn er weiß, wann er wieder Luft holen muss.

Genieß den Moment der Stille, der dadurch entsteht.

Variante Spannung lösen: Du kannst die Übung auch einige Male hintereinander wiederholen und mit jedem Ausatmen Spannungen deines Körpers in dein Becken ‚abfließen‘ lassen.

Manchmal ist die Pause zwischen zwei Atemzügen das Wichtigste an einem Tag, denn sie bringt uns zurück ins Hier und JETZT.

Woher weiß ich, dass ich JETZT hier bin?

Lesung aus dem Buch MenschSein l°eben