Das L°eben liebt Zucker!

Er ist überall, in Milch, Getreide, Obst und Gemüse. Für mich heißt deshalb “zuckerfrei” = Verzicht auf industrielle Lebensmittel und Zuckerformen, wie: raffinierter Haushaltszucker, industrieller Fruchtzucker und Süßstoff. Zucker ist nicht nur Süße und Krankheit, Zucker ist oft auch eine Sucht, denn unser Körper giert nach seiner schnellen Energie. Ich komme aus einer Diabetes Familie und da war es für mich wichtig Alternativen zu finden. Heute süße ich fast alles mit ganzen Früchten oder Honig und verzichte im Gegenzug weitgehenst auf Fruchtsäfte..

Und wenn es unbedingt Zucker sein muss, dann ist ein unraffinierter Bio Rübenzucker aus Deutschland auch ökologisch sinnvoller (z.B. von Naturana) Oder ein brauner Rohrohrzucker aus Kooperativen, wie Manduvira in Paraguay. (Rapadura Zucker von Rapunzel). Kleinbauern stellen dort in eigener Regie einen naturbelassenen Zucker her. (Kooperativen unter wp.ethiquable.de) Beide Zuckersorten haben im Gegensatz zum Haushaltszucker noch viele Mineralien und Spurenelemente.

Beachte: Fruchtzucker wird über die Leber verstoffwechselt, weshalb bei schweren Lebererkrankungen Vorsicht geboten ist. Auch bei einer Fruktose Aufnahmestörung (Malabsobtion), kann der nicht aufgenommene Fruchtzucker den Darm belasten. Dann kommt es nach Obstkonsum zu Blähungen und Durchfall. Deshalb lebe ich einen Kompromiss: Ich süße gerne mit Früchten, verzichte im Gegenzug aber auf Fruchtsäfte und trinke Wasser, Tee und Lupinenkaffee.

Bei Diabetes ist dennoch Vorsicht geboten, da auch der Fruchtzucker im Blut ankommt und Insulin fordert… Aber er steigt langsamer und hält länger an, was für alle Nichtdiabetiker von Vorteil ist.

Aprikosen-, Birnen- oder anderer Dicksaft

sind aus Früchten hergestellte konzentrierte Säfte mit einem hohen Anteil an Fruktose. Ich nutze sie sehr gerne, da sie meinen Blutzuckerspiegel weniger belasten. (GI bis ca. 60)

Besonderheit Aprikosensirup: Er hat einen einen hohen Sorbitgehalt (ein Zuckeralkohol, wie im Birkenzucker), damit weniger Kalorien und schont die Bauchspeicheldrüse. (Quelle natur.post Ausgabe 8/19)

Die Glühfrucht der Firma Donath (gibts im Reformhaus) ist ein leckeres Vollfruchtkonzentrat, dass ich verwende um Marmeladen oder Eis zu machen. Und wenn ihr keinen Mixer habt, um euch Dattel- und Feigenmus selbst herzustellen, könnt ihr auf Dattelklax oder Birnenklax von Arche zurückgreifen. Gibt es im Naturkostladen.

Erst die Herstellung macht aus Fruchtzucker ein Gift…

Der Fruchtzucker in Fertigprodukten ist eine industriell hergestellte, konzentrierte Form, die so nicht in der Natur vorkommt. Da Fruktose viel süßer ist als Haushaltszucker, hat die Fruktose den Zucker in der Industrie fast überball verdrängt. Nachteile von industrieller, konzentrierter Fruktose:

Dickmacher – auch für Krebszellen: industriell hergestellte Fruktose wird schneller in Fett umgewandelt. Sie mästet unsere Zellen und unterscheidet dabei nicht zwischen guten und Krebszellen. In der Krebsdiagnostik wird der Zuckerhunger von Krebszellen zur Diagnostik genutzt: PET, die Positronenemissionstomographie zeigt die Stoffwechselprozesse der Zellen in vivo. Die, die am meisten Hunger haben, sind auch die Verdächtigen …

Konzentrierte Fruktose ist, wie auch der Haushaltszucker die Lieblingsspeise von Pilzen und pathogenen Darmkeimen. Nehmen wir über Fruchtsäfte und Fertiggerichte zuviel konzentrierte Fruktose auf, ( Mit einer Flasche Orangensaft trinken wir 2kg Orangen) fördern wir damit Bluthochdruck, Diabetes, Nierenerkrankung, Fettleber und Gicht / Arthritis. In USA leiden inzwischen schon 12 Jährige an einer Fettleber. Die Lebensmittelindustrie verwendet dort immer häufiger den High Fructose Corn Syrup, der im Vergleich zum Haushaltszucker nur ein Drittel soviel kostet.

All diese Nachteile gelten auch für andere industriell hergestellte, konzentrierte Zuckerformen, wie Maltose, den Malzzucker, Glukosesirup, Fruktosezucker, Fruktosesirup und synthetisch hergestellte ErsatzSüßstoffe wie Aspertam, Saccharin usw…

Honig enthält viel Zucker: Fructose, Glucose, Saccharose (Zweifachzucker) und andere Mehrfachzucker. Aber auch Mineralien und Enzyme. Allerdings ist Honig von alters her auch als Heilmittel bekannt. Ich esse ihn in Maßen. Manuka z.Zt. aber jeden Tag.

Manuka Honig – mehr Medikament als Süßungsmittel

Manuka Honig wird aus dem Blüten-Nektar des Manuka-Strauchs in Neuseeland gewonnen. Schon Hippokrates wußte, dass er Wunden schneller heilen lässt. Studien belegen, dass dieser Honig, den die Maori seit Jahrtausenden als Medizin nutzen, äußerst effektiv die Helicobacter pylori Bakterien bekämpft, die Magengeschwüre und  Magenschleimhautentzündungen auslösen können. Sogar antibiotikaresistente Stämme der Eiterbakterien Staphylococcus aureus knicken vor ihm ein. Sie sind verantwortlich für Hautinfektionen, Bronchitis, Lungenentzündungen, Nasennebenhöhlen-, oder Mittelohrentzündungen. Auch unser Honig hemmt ihr Wachstum, aber Manuka Honig ist noch in einer 50fachen Verdünnung hoch effektiv.

Er hilft bei Erkältungen, Halsentzündungen und Husten und weil er auch bei Pilzen kein Erbarmen kennt, bei allen Pilzinfektionen, innerlich (z.B. Darm) wie auch äußerlich ( z.B. Fußpilz).  Und, – obwohl auch dieser Honig klebt und voller Zucker ist, haben Studien gezeigt, dass Manuka-Honig die Zähne sogar vor Zahnbelag schützt. Ein echtes Superfood.

Eine gute Qualität, in Deutschland abgefüllt, weist den MGO Methylglyoxal Gehalt des Honigs aus. Das ist der Stoff, der heilt. Auf in Neuseeland abgefülltem Honig wird er mit UMF (Unique Manuka Factor) angegeben: UMF 10 = MGO 263 UMF 12.9 entspricht ca MGO 400 und steht für Spitzenqualität. Er ist nur nicht ganz billig: MGO 100 kostet ca. 35,-€, MGO 400 ca. 75,-€ je 500gr.

Weitere Informationen zum Manuka Honig findet ihr z.B. hier: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/manuka-honig-ia.html

Yaconsirup / Yaconpulver (für Diabetiker geeignet)

Yacon ist ein Wurzelgemüse aus den peruanischen Anden, mit einem sehr niedrigen glykämischen Index von 1 und ist deshalb auch für Diabetiker geeignet. Er enthält Eisen, Calcium, Kalium und Antioxidantien uvm. Er wird nicht, wie Fruktose in der Leber abgebaut, sondern dient den guten Bakterien im Darm als Nahrung. Deshalb aktiviert er den Darm und beugt Verstopfung vor. Er ist nicht ganz so süß, wie Hauhaltszucker, aber für alle Süßspeisen ein wirklich gesunder Zuckerersatz mit einem glykämischen Indes von 1. Nur etwas teuer: 370ml ca. 20,-€

Lucuma

ist eine Frucht aus den Anden und den Subtropen Asiens, die nicht nur viele Antioxidantien hat und deshalb Entzündungen entgegenwirkt, sondern trotz glykämischen Index von 10 richtig süß schmeckt. Bei uns wird die getrocknete Frucht als Pulver angeboten. Sie kann zu allen Gelegenheiten als gesunder Zuckerersatz genutzt werden.

Stevia (für Diabetiker geeignet)

d.h. Steviolglycoside – einen aus den Blättern der Stevia-Pflanze gewonnenen Süßstoff soll bis zu 300mal süsser sein als Haushaltszucker. Gleichzeitig belastet Stevia nicht den Blutzuckerspiegel, was ihn für Diabetiker interessant macht. Aber auch dieses Süßungsmittel hat anscheinend eine Obergrenze, bei der es für unseren Körper zur Belastung wird. Hier ein Statement eines Wissenschaftlers, der seit langem über Stevia forscht: https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/ist-stevia-gesund

Es gibt aber eine Verbrauchshöchstgrenze von vier Milligramm pro KG / Körpergewicht und Tag, die als gesundheitlich unbedenklich gilt. Bei 70 Kilo kannst du täglich 280 Milligramm Stevia essen, ohne mit gesundheitlichen Schäden rechnen zu müssen. Nach Ansicht von Experten könnte dieser Wert aber beim Verzehr von größeren Mengen Stevia-haltiger Lebensmitteln und Getränken schnell überschritten werden. Und die Stiftung Warentest gibt zu bedenken, dass der Schriftzug „Mit Stevia“ weder zuckerfrei beutet noch zwangsläufig viel weniger Kalorien haben muss. Wer sicher gehen will: Inhaltsangaben lesen.

Und,- bei Stevia, wie bei anderen Zuckersatzstoffen vermuten Forscher, dass er Signale an unser Gehirn sendet, welche die Nahrungsaufnahme steigern. Wer mit Stevia gesüßte Speisen in größerer Menge ißt, nimmt möglicherweise an Körpergewicht zu. Süßstoffe werden deshalb auch in der Tiermast eingesetzt.

Braucht ihr aber in den Kaffee oder Tee etwas Süße, ist Stevia eine gute Wahl. Aber auch Kokosblüten- oder Palmzucker bieten hier gesunden Zuckerersatz. Allerdings mit leicht karamelligem Geschmack und – recht teuer.

Xylit (für Diabetiker geeignet)

(Birkenzucker) ist ein pflanzlicher Rinden-Abwehrschutz, der früher aus der Birkenrinde gewonnen wurde, heute aber vorwiegend aus Mais und anderen Pflanzen hergestellt wird. Er wird auch wegen seiner antibakteriellen Wirkung auf Kariesbakterien von Zahnärzten empfohlen. Manche Implantatträger kauen deshalb 2-3 Xylit-Kaugummies am Tag. Aber auch, wenn Xylit entzündungshemmende Effekte hat und weder den Blutzuckerspiegel, noch den Insulinspiegel merklich steigen lässt, bin ich bei pflanzlichen Abwehstoffen skeptisch. Grössere Xylitmengen können zu Durchfall führen. Die verträgliche Dosis ist sehr individuell. Auch deshalb süße ich nicht mit Xylit, denn ein Stoff, der im Mund antibakteriell wirkt und zu Durchfall führen kann, ist vielleicht auf Dauer auch nicht gesund für meine Darmbakterien.

Auch für Hefegebäck ist Xylit nicht geeignet, da Hefen echten Zucker brauchen und mit Xylit nichts anfangen können.  Und habt ihr einen Hund müsst ihr aufpassen: Für sie können mit Xylit gesüßte Speisen tödlich sein. Bei ihnen steigt der Insulinspiegel rasant an um kurz danach rapide abzustürzen.

Ahornsirup

ist der eingedickte Saft des kanadischen Zuckerahorns. Sein Hauptzuckeranteil ist ein Zweifachzucker, aber mit mehr Mineralien als der Haushaltszucker. Er ist deshalb besser als Haushaltszucker und Fructosesirup, da er einen relativ niedrigen Gehalt an freier Fructose aufweist, aber gesund ist er deshalb auch nicht. Und für Leute, wie mich, die familiär ein Risiko für Diabetes haben keine Alternative.

Dasselbe gilt für Rohrohrzucker und Zuckermelasse: auch sie enthalten mehr Mineralien als der raffinierte Haushaltszucker, aber sind dennoch nicht wirklich gesund, weil sie den schädlichen Darmbeakterien zuviel Futter bieten und auch für schwache Bauchspeicheldrüsen keine Alternativen sind.

Haushaltszucker, Kristallzucker

ist ein Zweifachzucker, der aus Glucose und Fructose besteht. Er wird meist aus Zuckerrohr hergestellt, seltener aus Zuckerrüben. Auch Würfel-, Kandis- oder Puderzucker, Rohrohr- oder Vollrohrzucker sind konzentrierte Zuckerrohrzucker mit allen Nachteilen. Allerdings enthält der Rohrohrzucker noch Mineralien, die dem Kristallzucker fehlen. Ökologisch sinnvoller ist der heimische Zuckerrübenzucker. Hier dazu eine Studie. Aber gesund sind alle nicht.

Glukose / Traubenzucker

geht sehr schnell ins Blut und lässt dort den Blutzuckerspiegel steigen, was kurzzeitig ein Leistungshoch beschert, aber mit schnell folgendem Leistungsabfall bezahlt wird. Der Traubenzucker in vielen Süßwaren, Sportlernahrung, Getränken wird nicht aus Trauben, sondern aus Mais-, oder Kartoffelstärke gewonnen. Natürlich kommt er in Früchten, Gemüse, Honig oder Vollkornmehl vor. Wie auch der Fruchtzucker.

Die Blutzuckerschwankungen, die durch Haushalts- und andere Mehrfachzucker entstehen kann der Körper Mithilfe des Insulins der Bauchspeicheldrüse nur solange ohne gesundheitlich Schäden ausgleichen, wie wir ihn in Maßen konsumieren. Viel Industriezucker verzehrt viel Insulin und die Bauchspeicheldrüse erschöpft sich. Bei Insulinmangel sinkt der Zuckerspiegel nicht mehr auf ein Normalsmaß zurück und die Zellen werden auf Dauer zudem auch noch insulinresistent. Dies führt dann zur Zuckerkrankheit. Dieser Diabetes II, früher Alterszucker genannt, haben heute schon 12 jährige Kinder, deren Körper von klein an mit Zucker bombadiert wurde.

Wie schnell und wie hoch der Blutzuckerspiegel bei einem Lebensmittel ansteigt wird mit dem glykämischer Index beschrieben. Hier einige GI Beispiele: Malzzucker + Bier 110 / Glucose= Traubenzucker 100 /  Reis, Kartoffel ca. 85 ( Die Stärke in Pellkartoffeln aber, die einmal kalt geworden sind, ist kristallisiert und deshalb sind diese Kartoffeln ein probiotisches, d.h. für den Darm sehr gesundes Lebensmittel. Quelle: Buch: Darm mit Charme) / alles aus Weißmehl, auch Nudeln, 70 bis 85 / Haushaltszucker, Cola und co. 70 /  Bei Vollkornprodukten, wie Vollkornnudeln, Reis, Brot etc. fängt es an gesund zu werden, sie liegen bei ca. 50 / Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse liegen fast alle unter 40. Datteln liegen bei 60, Aprikosensirup bei ca. 50, aber Lucuma, eine Frucht aus den Anden, nur bei 10 und Yokonwurzel nur bei 1!

Bei dieser Zusammenfassung nutzte ich besonders die Informationen auf der Seite https://www.zentrum-der-gesundheit.de/. Dort findet ihr weitere interessante Artikeln zum Thema Ernährung und Gesundheit, die immer auch mit aktueller Forschung untermauert sind.