Gleichgültig was man euch sagt, Arthrose ist keine Krankheit! Arthrose ist ein normaler Verschleiß eines ganz normalen Körpers, der durch schwaches Bindegewebe, Übergewicht, Überlastungen beim Sport oder einseitige Belastung bei der Arbeit gefördert wird. Sogar die Steinzeitbewohner der Pfahlbauten am Bodensee, oder Ötzi, die Gletschermumie, hatten Arthrosen.

Die Gelenke werden durch Knochen, Bänder und Muskeln gehalten und geführt. Die Gelenkkapsel, ein großer Beutel um das Gelenk, bildet mit seiner Gelenkschleimhaut die Gelenkschmiere. Die einen Gelenke sind lockerer gehalten, wie die Schultergelenke, und bieten viel Bewegung, die anderen sind fester konstruiert, wie der Ellbogen und kann sich nur beugen und strecken. Manche Gelenke, wie das Knie haben noch zusätzliche Knorpelscheiben,  Menisken.

Bei einer Arthrose kommen sich die Gelenkflächen näher, wodurch Bänder und Gelenkkapsel im Gegenzug zunächst zu lang und lockerer werden. Wenn ihr zwei Teller, wie zwei Gelenkflächen übereinander haltet, dann wird ihr Abstand, der Abstand der Gelenkflächen, durch die Dicke des Gelenkknorpels bestimmt. Wird der Knorpel dünner, kommen sich die Gelenkpartner näher, bis sie aufeinander liegen. Aber auch, wenn Knochen auf Knochen reiben, haben die meisten noch keine Schmerzen. Nur ca. 10% der Gelenke mit Arthrose machen Ärger. Erst die Gelenksentzündung, die Arthritis, die Entzündung der Knochenhaut, der Bänder und Gelenkschleimhaut macht Schmerzen. In dieser ersten Verschleißphase überlasten wir die Gelenke gern, weil der zu große Spielraum der Gelenke den Halteapparat überanstrengt.

Unser Körper hat in den hunderttausenden Jahren, in denen er sich entwickelt hat, ein Selbsthilfeprogramm ausgetüftelt: Er erhöht die Muskelspannung und macht die Gelenkkapsel straffer. Jedes Arthrosegelenk bildet so ein spezifisches Arthrosemuster aus, das das Gelenk vor zu hoher Belastung schützt. Erst diese Kompensationsversuche des Körpers machen Ärger, denn mit ihnen tauchen Verspannungen und Schonhaltungen auf, die wiederum an anderen Ecken im Körper zu Verspannungen und Schonhaltungen führen. Dagegen hilft am besten Physiotherapie, Bewegung und ein kleines Übungsprogramm für Daheim.

Was mehr als eine Woche weh tut, sollte unbedingt behandelt werden. Schmerzmittel sind keine Lösung. Je häufiger wir sie einnehmen, desto weniger wirken sie, desto aktiver werden die Nervenzellen und desto mehr brauchen wir. Wer also Gelenk- Rücken- oder Kopfschmerzen nur mit Schmerzmittel bekämpft züchtet sich nur noch mehr Schmerzen. Auch hier gilt: Anerkennen was ist und die Entscheidung etwas selbst ändern zu wollen ist der nachhaltigste Weg, aus welcher Not auch immer.

Was hilft?

Es gibt vieles, was bei Arthrose hilft. Eines jedoch ist unerlässlich: Bewegung! Wer rastet, der rostet. Wenn ein Spruch wahr ist, dann dieser…Wer seine Gelenke durch Bewegung nicht schmiert, der wird steif.

Früher, als wir noch keine künstlichen Gelenke hatten, arbeiteten wir beim Gelenkverschleiß nur mit Akkupunktur, Tätowierungen, Umschlägen, Schröpfen und Kräuterumschlägen. Heute unterstützen wir zusätzlich mit Massagen, Lymphdrainagen gegen die Schwellungen und Spritzen. Aber gleichgültig für welche Therapie ihr euch entscheidet, das Training der Gelenke stützenden Muskulatur ist genauso unverzichtbar, wie die Korrektur der Schonhaltungen.

Gelenksentzündungen, Arthritis

Bei Gelenksentzündung zeigen Injektionen mit Hyaluronsäure in Kombination mit dem aus Eigenblut gewonnenem plättchenreichen Plasma gute Ergebnisse. Das Plasma reduziert Entzündungen und fördert Regenerationsprozesse. Ist eine OP nicht mehr zu vermeiden, bieten computerunterstützte Operationsmethoden den geringsten Knochenverlust. Ist nur die Kniescheibe betroffen, muss nicht das ganze Gelenk ausgetauscht werden, es gibt viele Teilprothesen. Wer aber mit entzündeten Gelenken kämpft und zu viel Bauchfett hat, der sollte bedenken, das Bauchfett chronische Entzündungen fördert. Daran ist dann aber nicht die Arthrose Schuld… Und wer seinen Stoffwechsel mit zu viel Zucker und tierischem Eiweiß belastet, raubt dem Körper wertvolle Mineralien, die er zum Erhalt des Säure-Basen-Haushalts braucht und sein Bindegewebe anschließend vermisst. Deshalb gilt: Gelenke, die zu Entzündungen neigen, freuen sich über einen Speiseplan mit viel Gemüse und reduziertem tierischen Eiweiß.

Meditation und Knieprobleme

Im Schneidersitz, und besonders im Lotussitz, kann sich das Knie verdrehen und seine Biomechanik verändern, was die Ausbildung einer funktionell bedingten Arthrose begünstigen kann. Fehlt dem Knie die volle Streckung, kann es sich beim Gehen nicht stabilisieren. Um dem vorzubeugen kannst du die Beine nach dem Meditieren voll durchstrecken und die Kniekehlen mit Muskelkraft einige Male auf den Boden zu drücken. Die Fersen sollten sich dabei leicht anheben. Alternativ kannst du im Stehen die Knie bis zum Anschlag 5-6x durchdrücken. Das halten die Kniebänder locker aus.

Arthrose und Knorpelglättungen

Wenn dir ein Arzt zu einer Operation rät, weil dein Knie Arthrose hat, was machst du dann? Fragst du warum? Fragst du, was er machen will? Erkundigst du dich im Netz, was andere zu der Operationsmethode sagen? Gibt es Studien dazu? Willst du dich überhaupt operieren lassen? Konservative Behandlungsmethoden sind bei Arthrose sehr erfolgreich. Dennoch werden jedes Jahr ca. 40-60 000 Gelenkspülungen mit Knorpelglättungen durchgeführt, obwohl bereits Ende der 90er Jahre die anerkannte Moseley-Studie, des Chirurgen Bruce Moseley nachweisen konnte, dass es keinen signifikanten Unterschied im Befinden der Kniepatienten machte, ob sie wirklich operiert wurden, oder nur zum Schein zwei kleine Schnitte bekommen hatten. Bleibt die Frage: warum finanzieren unsere Krankenkassen eine nachweislich unsinnige Operationsmethode, die den Versicherten unnötige Schmerzen zufügt, das Risiko einer Gelenksinfektion beherbergt, viel kostet und nicht bringt?

Wer als Patient nachfragt und weitere Informationen will, muss damit leben als unbequem zu gelten, denn das Arzt- Patienten Gespräch ist von den Krankenkassen miserabel bezahlt. Wer aber immer macht, was man ihm sagt, wird in unserem, auf Gewinn ausgelegten Gesundheitssystem, schnell zur Geldquelle. Ob es Sinn macht, die Behandlung und Pflege von Menschen ökonomischen Zwängen zu unterwerfen, darf diskutiert werden: Demokratie in Bewegung. https://bewegung.jetzt Wir subventionieren Opernhäuser, bauen 6-spurige Autobahnen und subventionieren Banken, da sollte es in einem der reichsten Länder der Welt möglich sein, dass Krankenhäuser nicht auf Rendite arbeiten müssen. Menschen sind keine Autos und müssen die Schmerzen überflüssiger Reparaturen ertragen.

Besonders Männer neigen dazu, ihren Körper als Maschine anzusehen, die man reparieren kann, indem man ihre Teile erneuert. Darin sind zwei Gedankenfehler: 1. Unser Körper ist so genial ausgetüftelt, dass wir nichts, aber auch gar nichts so genial nachbauen können, wie er das im Original konnte. 2. Eine Maschine kennt keinen Schmerz. Menschen schon. Wir müssen die Konsequenzen unserer Entscheidung e r l e i d e n. Und das manchmal ein L°eben lang, wenn es Komplikationen gab.