Wo stehe ich?Zielsetzung: Einen (Stand)punkt, ein stabiles Zentrum in sich selbst entwickeln.

  • Um Ruhe, Toleranz, Respekt und Gelassenheit in die eigen Arbeit zu integrieren
  • Um Anregungen und Kritik objektiv begegnen zu können
  • Um ein Anker, ein Mittelpunkt zu sein, der den Raum für die Gruppenarbeit halten kann.
  • Um Teilnehmer und die Dynamik in der Gruppe wertfrei sehen/wahrnehmen zu können.

Dauer: variabel | Material: keins; ggf. Klangschale oder Glocke

Möchte man einer Gruppe Achtsamkeit, Konzentriertheit, Mitgefühl oder auch innere Ruhe vermitteln, sollte sie man auch selbst in sich verwirklicht haben. Gerade Kinder orientieren sich an den Erwachsenen, die sie umgeben. Deshalb gilt: Bevor man die Übungen mit einer Gruppe durchführt, ist es sinnvoll, sie selber praktiziert zu haben. 

In jedem Moment lässt der Körper mit Gedanken Empfindungen, Sinneseindrücke und ihre Erinnerungen – sogenannte innere Fühlbilder –  entstehen. Ängste und Sorgen erschaffen eine Zukunft, die sich auf Schwierigkeiten vorbereiten möchte, Ängste ebenso. Aber auch  Freude und Zuversicht Hoffnung haben das Talent/die Kraft, auf die Zukunft gestaltend einzuwirken. Verbinden wir uns mit dem JETZT zeigt es uns neben den vorhandenen Schwierigkeiten auch die Fülle der Möglichkeiten.

Hier SEIN: Standortbestimmung:

Ziel: Bewusst wahrnehmen: Wo bin ich? Wo sitze / stehe ich? Wie bin ich da? Locker, aufgeregt, verspannt, ängstlich, genervt?

Anker werfen: Der Gruppenleiter und die Gruppe lassen sich mit ihrem ganzes Körpergewicht dort nieder, wo sie gerade sitzen oder stehen und spüren in den Kontakt ihrerFüße mit dem Boden. Alternativ mit dem Gesäß auf dem Stuhl. Frage: Wie berühren die Füße den Boden? Direkt über die Haut oder durch Socken oder Schuhe? Sie geben das Gewicht ganz an den Boden ab und spüren in diese Begegnung mit der Erde.

Sich mit dem Boden / Stuhl zu verbinden lässt uns gut bei uns selbst ankommen. Auch die Beobachtung des eigenen Atems ist ein guter Anker. Nur Jetzt können WIR den Moment beobachten und unseren eigenen, wie auch den Bedürfnissen der Gruppe begegnen. Das JETZT findet man unter seinen Füßen und im Atem. Es hilft, diese Verankerung durch erklärende Worte zu begleiten und zu verstärken. Für Gruppen sollte die Leitung die einzelnen Schritte anleiten.

Mit dem Atem Anker werfen:

Dauer: variabel | Material: keins; ggf. Klangschale oder Glocke

Den Beginn mit einer Klangschale oder Glocke einläuten. Die Augen schließen. Sich mit dem ganzen Gewicht niederlassen und die Füße flach auf den Boden stellen. 3x tief ein und ausatmen. Danach einfach SEIN. Frage: Wo ist die Atembewegung am deutlichsten spüren? Dort lasst euer Bewusstsein, werft euren Anker und beobachtet sie einen Moment. (1-4 Minuten) Bis hierher ist die Übung auch für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren geeignet. Zur Erleichterung sollten sie eine Hand auf die Stelle legen können, wo sie ihren Atem gut fühlen und danach über ihre Entdeckungen berichten.

Weiterführend: bei der nächsten Ausatmung innerlich die Zahl 1 sprechen. Bei der nächsten 2, dann 3, 4, 5… Angekommen bei 10 beginnt das Zählen von vorne. Das Bewusstsein wird weiter an der Stelle verankert, die man sich vorher ausgesucht hatte. Wenn das Zählen oder die Atembewegungen aus dem Fokus geraten, kehrt man zurück und beginnt wieder von vorne. Das Ende mit einer Klangschale oder Glocke einläuten.

Fragen für danach: Wie hat sich die Übung für euch angefühlt? Hat euer Körper reagiert? Was habt ihr erlebt? Hat sich durch die Stille etwas in euch, in diesem Raum verändert? Wenn ihr über das Ziel 10 hinaus gezählt oder euch Gedanken schon bei 5 abgelenkt haben, dann habt ihr gut geübt, denn ihr habt es beobachtet! Achtsamkeit lehrt uns auch den Umgang mit Selbstkritik.

Die Zeitmaschine

Eigenwahrnehmung lässt uns zu einem Baum werden, unter dem sich Gruppen versammeln und auch ordnen können. Voraussetzung: Der Ort der Versammlung ist HIER und JETZT und nicht woanders. Gedanken und Gefühle können uns  aber auch aus der Realität tragen. Das zeigt die Übung der Zeitmaschine.

Dauer: ca. 5 Minuten. Material: keins

Mit dem Verstand können wir sofort in Urlaub gehen. Dafür müssen wir nur die Augen für einen Moment schließen und die Teilnehmenden auffordern sich an einen Ort oder eine Begegnung aus dem letzten Urlaub zu erinnern. Wie fühlt sich dieses innere Bild an? Schau auch auf die Details, wie ein gutes Essen, Menschen, Wasser, Berge, Strand? Wie fühlen sich diese inneren Bilder an? Sind die Gefühle real? Ja. Gelebte Vergangenheit. Im JETZT kann man sich als Leiterin oder Leiter einer Gruppe mit dieser Übung Ruheinseln schaffen, wenn man dafür reif ist. Tagträume können uns aber auch vom Gruppenprozess ablenken. Man kann sie bewusst einsetzen, sollte sich ihrer aber immer bewusst sein.Sie können aber auch vom Gruppenprozess ablenken. Auch Blinde haben innere Bilder, nur einfach andere. Sie können diese Übungen selbstverständlich mitmachen.